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Olle Schauster Baust

Ett war um datt Jahr 1910. In enn Bördedorp wohne de Schauster Baust enn bettjen uterhalf. Hei harre enn schönen Gahrn mit alles inne, ook Greunkohl inn Winter. Nu war in Dorpe bekannt eworrn, datt hei en bettjen wildert un jeern mal enn Hasen oppen Düsch harre. De Schauster Baust harre datt pfiffich anefängt. Siehn Gahrn grenze an de Feldmark, wo ett tau der Tied noch düchtich Hasen jahf. In'n Gahrntuhn war zufällich ne Latte ruutefalln, in dütt grötere Lock stelle hei siene Schlinge. Von de Schlinge führe enn dünnen Draht in de Schausterwerkstatt an ne kleine Klingel. Jejen Abend, wenn nu de Hasen sien Greunkohl beseuken wollten, kam ett forr, datt ett klingele un hei kunne sien Hasen haln. De Wachtmester, de in Dorpe ett Jesetz un de Staatsmacht war, harre von düsen Vorfall ehört. Eines Winternahmedachs kam hei in de Schausterwerkstatt mit enn paar Schaue tau'n reparieren. Hei sette sick henn un jing nich wer un jing nich wer. Unsen Schauster kam de Schweet all opp de Steern. Hei dachte bloß immer, hoffentlich klingelt datt jetz nich. Aber wie datt bie sonne Sachen so is, mit einmal da klingelt de kleine Bimmel. - "So", secht de Wachtmester, "nu wolln wir mal in den Garten gehn." Se jingen beide henn, un richtich, inne Schlinge zappele enn Hase. De Schauster war in grötster Not, hei dachte, jetzt wörste opp frischer Daat erwischt. In'n letzten Moment harre hei noch enn Innfall. Seelenruhich brook hei sick enn lüttjen Stock uut'n Johannisbeerbusch, nahm den Hasen uut de Schlinge un zwischen de Beine, haue ne mit'n Stock enn paar öwer'n Rüjjen, smeit ne wedder öwer'n Tuun. "So, Herr Wachtmester, maake ick datt mit jeden Hasen, der kümmt nich wedder in mien Kohl."
Opp'n Heimwech musste sogar de Wachtmester enn bettjen schmunzeln. obwohl hei sick opp'n Arm jenommen feulte.

Gerhard Salomon, Calvörde

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